Wir gehen beim Nordlichter-WT unter

Es gibt so Tage, die braucht kein Hund.

Muss man eigentlich auch über solche Tage in seinem Blog schreiben? Wahrscheinlich nicht. Aber auch solche Erlebnisse gehören dazu. Und daher wollen wir das mal nicht verschweigen.

Wir sind beim Nordlichter-WT gnadenlos untergegangen. Und nein: Es lag nicht an den Aufgaben. Die waren allesamt fair und gut lösbar. Auch wenn von 23 Startern 13 nicht bestehen konnten. Und nein: Es lag schon mal gar nicht an den Richtern. Die haben allesamt fair, bei uns sogar zumeist nachsichtig, beurteilt.

Es gibt für uns ein Worst-Case Szenario bei einem WT. Und das geht so: Als erste Aufgabe (A4) Walk-Up mit mehreren Gespannen, schön enger Abstand und wir stehen in der Mitte. Und genau so kam es. Die Richterin hat mir schon beim Ableinen gesagt, dass sie Dashs Soundkarte gehört hat und wenn das noch einmal vorkommt, darf ich gleich wieder anleinen. Noch während sie diesen Satz sagte, war wieder die Soundkarte zu hören und das war´s dann. Erste Null noch vor der ersten Aufgabe. Ein Traum.

Und es wurde schlimmer.

Bei unserer zweiten Aufgabe (A5) war ein Doppelmark zu arbeiten. Während die Helfer schön sichtig und langsam auf das Gespann zugelaufen kamen, warfen sie erst ein Dummy unter Schuss, gingen weiter und warfen nach einiger Zeit ein zweites. Wieder mehrfach die Soundkarte. Mein kläglicher Versuch die Geräuschkulisse mit einem Hustenanfall zu überlagern scheiterte grandios und die Richterin bat mich mal damit aufzuhören. Hätte es einen Bodenspalt gegeben, ich wäre darin versunken. Allerdings gab es keine Null, wohl deshalb weil die Soundkarte deutlich leiser war als bei A4. Dann packte Dash den Geländeübergang zum Mark nicht und die Konsequenz war, dass ich Einweisen musste.

Weiter ging´s zur Aufgabe 3 (A1). Doppelmark und unbeschossenes Blind. Hier war Dash mittlerweile so müde, dass der Richter nach der Aufgabe sagte “schön ruhig am Bein”. Keine Soundkarte also. Allerdings auch kein Tempo. Auf dem Rückweg des ersten Marks hat Dash dafür schön mit dem Dummy gezippelt. Und das Blind war die pure Katastrophe. Ich versuche Dash also auf 14.00 Uhr zu schicken und sie rennt direkt auf 12.00 Uhr zu den Zuschauern los. Mein Gott. Das Blind lag unter einen Baumbewuchs auf flacher Wiese. Und sie da rein zu bekommen hat gefühlte Stunden gedauert. Das zweite Mark dann hatte Dash eigentlich schon vergessen und es wurde wieder ein Einweisen wobei wir echte Kommunikationsprobleme miteinander hatten.

Die nächste Aufgabe (A2) war ein beschossenes Blind und ein Wasser-Mark. Das Blind wurde mit einer Flinte beschossen und war zuerst zu arbeiten.  Natürlich wieder unter Einsatz der Soundkarte. Überraschender Weise meisterte Dash dann den anschliessenden schwierigen Einstieg zum Mark gut. Allerdings fehlte erneut das Tempo auf dem Weg zum Mark. Die Ausgabe klappte ohne Schütteln. Richterkommentar: Ganz schöne Arbeit, nicht so schön das Fiepen beim Schuss. Gnädigerweise keine Null, aber eben so wenig Punkte, dass es einer Null gleichkommt.

Abschliessend dann A3: Doppelmark und ein unbeschossenes Blind, das nach dem ersten Mark zu holen war. Auch hier war das Einweisen alles andere als ideal. Das zweite Mark war eher einer Suche, vom direkten Weg nicht viel zu sehen und auch das Fallgebiet musste erstmal erarbeitet werden.

Fazit: Alle Aufgabe versemmelt (vier mehr, eine weniger) und mit 2 Ausnahmen immer die Soundkarte. Was ich jetzt auf die Scheinträchtigkeit schieben könnte. Viel schlimmer als das (weil bekannt) war allerdings Dash´s Arbeitstempo. Für sie duch die Bank extrem langsam. Es war fast so als würde Dash die Dummys holen, weil ich das gern möchte - sie selbst schien das alles nicht zu brauchen.

Ich beobachte das schon seit einigen Wochen und beginne mir  Sorgen zu machen. In ca. 10 Tagen ist Dash mit ihrer Scheinträchtigkeit durch. Dann müsste sie wieder schneller werden. Oder aber es hat mit ihren erhöhten Leberwerten zu tun. Dann haben wir ein medizinisches Problem. Wir werden in 4 Wochen eine Nachuntersuchung machen lassen. Oder aber Dash ist “overtrained”. Auf alle Fälle legen wir jetzt eine Trainingspause ein und lassen das Erlebte sacken. Sicher ist, dass die 2 Tage Besuch von ihrer Labbi-Freundin Kaluha direkt vor dem WT keine ideale Idee war. Das hatte ich mit allerdings schon gedacht und gehofft, dass Dash dann die Soundkarte vergisst. War aber nicht so. Wieder mal was gelernt.

Frauchen sieht das Ganze übrigens anders: Sie sagt, dass wir nach 8 Monaten OP-Pause schliesslich erst seit Mitte Februar wieder trainieren. Und Blinds eigentlich erst seit April aufbauen. Dafür wäre das doch ganz gut gewesen. Die Soundkarte hätten wir selbst verursacht (was richtig ist) und nach 2 Tagen Freundebesuch und zum Ende der Scheinträchtigkeit kann man halt nicht mehr Style erwarten. Eine versöhnliche Beurteilung des Tages. Ich gucke, ob ich mir die irgendwann zueigen machen kann.

Dann will ich abschliessend meiner Pflicht mal nachkommen und die Aufgaben skizzieren.

A1:  Doppelmark & unbeschossenes Blind; Johnny Henriksen

Vom Ausgangpunkt (AP) ca. 40m Freifuss zum Richter. Beim Richter ist der Startpunkt (SP).  Ein Werfer und ein Schütze stehen sichtig ca. 50 m. entfernt und werfen unter Schuss ein Mark an den Fuss eines Baumes. Die Helfer gehen ca. 20m auf den SP zu und unter Schuss fällt ein weiteres Mark in einer Linie zu D1. Nach Freigabe ist erst D2 zu arbeiten, dann das unbeschossene Blind (ca. 30m Entfernung), das unter einem Busch um Gestrüpp liegt und abschliessend D1. Der Hund ist bei den Markierungen unbedingt in der Gasse zu halten und darf die Begrenzungen nicht durchlaufen.

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A2:  Beschossenes Blind und Wasser-Mark; Thomas Dötsch

Ein Schütze beschiesst mit einer Flinte ein Blind, dass im hohen Bewuchs liegt. Anschliessend fällt unter Schuss ein Wassermark. Erst ist das Blind, dann das Mark zu arbeiten.

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A3: Doppelmark & unbeschossenes Blind; Viggo Berger

Ein sichtig stehender Helfer wirft jew. unter Schuss ein Mark. Welches Mark zuerst gearbeitet wird, ist freigestellt. Nach dem ersten Mark ist das Blind zu arbeiten, dann das zweite Mark.

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A4 - Walk-Up mit 3 Gespannen. Je Gespann 2 Marks und 1 Blind

Die Gespanne stehen am AP, Schütze sichtig ca. 20m, Werfer sichtig ca. 50m entfernt. Auf Walk-On geht die Linie ca. 15m. Es fallen 2 Schüsse und 2 Marks. Hund 1 und Hund 2 arbeiten nacheinander die Marks. Wakl-On ca. 10m. Es wird vom Schützen ein Blind beschossen, dass kurz hinter dem Zaun liegt. Dies ist von Hund 3 zu arbeiten. Walk-On und Wiederholung der Aufgabenstellung bis alle Hunde jew. 2 Marks und 1 Blind gearbeitet haben. Schütze und Helfer gehen mit der Linie mit, so dass alte Fallstellen auf dem Weg zum Mark zu überlaufen sind. Die Blindstellen “laufen ebenfalls mit”, so dass es 3 unterschiedliche Stellen sind.

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A5: Doppelmark; Nel Barendregt

Die Helfer stehen sichtig. Sie laufen auf das Gespann zu und werfen nach Schuss erst ein zweites und nach weiteren ca. 20m ein zweites Mark. Mark 2 ist zuerst zu arbeiten.

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