Einweisen, alte Fallstellen und lange Distanzen

Ein neues Seminar mit Jörg Brach in Böhmsholz

Dash beim Einweisen nach Links

Endlich war es wieder soweit: Am 06.06.09 fanden sich 8 Retrieverteams in Böhmsholz bei Lüneburg ein, um gemeinsam an die eine oder andere Grenze zu stossen und eben diese mit Jörg zu überwinden. Wir hatten Flats (2), Golden (1) und Labs (5) dabei. Uns allesamt bekannt und umso netter war der Tag.

Die Aufgaben wurden in 3er-Teams aus der Linie gearbeitet. Jörg hatte immer einen seiner Hunde dabei, um glatte 3er Gruppen zu ermöglichen. Wir hatten Marks, Memorys und Blinds zu arbeiten. Immer mit Schuss wobei die Marks überwiegend aus dem Dummylauncher beschossen wurden. Also das volle Programm. Dash war an diesem Tag mit Ihrer Soundkarte dabei. Auf dem Höhepunkt Ihrer Scheinträchtigkeit ist es immer besonders ausgeprägt. Ihre Fussarbeit war diesmal recht gut und auch ihre Arbeitsgeschwindigkeit passte.

Ich hatte mir bei der Vorstellungsrunde gewünscht, einen besonderen Schwerpunkt auf die Überwindung alter Fallstellen zu legen und irgendwie schien das in Jörg´s Planung zu passen. Denn wir bekamen genug Gelegenheit dazu.

Die Teamaufgaben liefen jeweils über 45 - 60 Minuten. Also recht lange Konzentrations- und Entspannungsphasen. Alles in allem - im Nachhinein betrachtet - gar nicht mehr weit entfernt von einem Mock-Trail Training.

Wer mag, findet hier die Aufgabenbeschreibung aus meiner Erinnerung der Fs und einige Fotos.

Aufgabe 1 - 4

Die Aufgabe ist mit einiger Bewegung im Gelände verbunden, daher ist eine Skizze eigentlich unmöglich. Ich versuche es aber mal trotzdem.

jb_090606_aufgabe1

Zunächst konnten die Hunde beobachten, wie an der Ausgangsposition an Fallstelle 1 in hohem Bewuchs Dummys ausgelegt wurden. Danach ging es in gerader Linie als Walk-Up ca. 50 Meter auf Position 1 zu und es fiel ein Mark vor die Linie, das von einem Hund zu arbeiten war. Hund 2 wurde dann auf die Fallstelle 1 eingewiesen, die nun hinter der Linie lag. Walk-On auf Position 1 zu und das Ganze wiederholte sich so lange, bis jeder Hund eine Markierung und ein Einweisen gearbeitet hatte.

Weiter ging es:
Auf Position 1 angekommen fiel ein Schuss und es fielen 3 Marks in hohen Bewuchs auf ca. 10 Uhr in ca. 20m Entfernung. Hund 1 holte ein Mark, Hund 2 wurde in gerader Linie zur Fallstelle 1 geschickt. Die Positionen wurden nun getauscht, bis alle Hunde beide Dummys gearbeitet hatten.

Es wurde nun wieder Dummys an Fallstelle 2 ausgelegt, die Hunde sahen dabei zu.
Weiter ging es zur Position 2. Dort angekommen wurde ein Mark geworfen, dass der Hund 1 zu arbeiten hatte. Noch auf dem Weg zum Mark fiel ein weiterer Schuss und es fiel eine Ablenkung. Diese wurde von Hund 3 gearbeitet. Das aber erst, nachdem Hund 2 auf ein beschossenes Blind auf Fallstelle 3 geschickt wurde. Hier konnten weder Hund noch Hundeführer beobachten, wie Jörg die Dummys ausgelegt hatte. Und ich persönlich durfte mal erfahren, dass es einen erheblichen Unterschied macht, ob man selbst weiss wo das Dummy liegt oder eben nicht. Aber zum Glück kam der Wind von vorn und so hat Dash das Blind dann schnell gefunden. Alle Hunde arbeiteten alle Positionen.

Abschliessend wurde die Hunde abwechselnd auf Position 2 oder 3 auf die Memorys geschickt.
Fertig war der erste Turn.

Dash hat alle Marks gut gearbeitet, wie immer. Das erste Memory stelle sich als schwierig heraus, da sie den Bewuchs nicht direkt angenommen und es etwas gedauert hat, bis sie in die Brennnesseln rein ist. Dort hat sie dann aber schön mit dem Wind gearbeitet und zügig gefunden.

Das Blind war sehr schön. Viel besser als beim letzten Seminar, auch wenn hier kein Geländeübergang vorhanden war. Die Distanz war mit ca. 40m auch nicht mehr ganz nah. Hier scheint sich das Training mit Annette sehr auszuzahlen.

Die Ablenkung hat Dash null interessiert und auch das Memory auf Position 2 hat sie gut gearbeitet. Hier war die Distanz nicht ganz ohne, viel schwieriger war aber der zu durchquerende Bewuchs.

Allerdings, das will ich nicht verschweigen, hatten wir einen erstklassigen Startlaut beim ersten Mark. Danach war Ruhe. Aber der Dummylauncher war ja noch nicht im Einsatz.

Der kam dann erst ab Aufgabe 2. Ab da musste ich Dash immer einen Ball zum tragen geben, sonst wäre es gar nicht gegangen. Tja.

Aufgabe 5 - 7 | Dummylaunchertime
Das schöne am Launcher ist ja, das Dash hier bei der Arbeit nun so gar keine Motivationsprobleme zeigt. Freundlich ausgedrückt. Also musste ich ab hier meine Führung mal wieder auf Ruhemodus umstellen und gab ihr ausserdem einen Ball zu tragen. Den sie dann vor lauter Aufregung auch mal vergisst zu tragen. Was ich ihr dann mit Jörgs Hilfe recht schnell ausgetrieben habe. Mal sehen, wozu das führt.

Nun also wurden die Fallstellen 1 & 2 ausgelegt, die Hunde sahen dabei zu Fallstelle 1 lag hinter einem Zaun hinter dem dann noch ein kleiner Graben lag im Wald. Fallstelle 2 bestand wieder aus hohem Binsenbewuchs.

Wieder eine Aufgabe, deren Skizzierung mich an meine Grenzen bringt. Aber was soll´s. Hier der Versuch:

jb_090606_aufgabe2

Es ging zur Ausgangsposition. Dort angekommen gingen wie Teams in Linie wenige Schritte als Walk-Up in Richtung der Fallstelle 1. Es wurde für jeden Hund ein Mark geschossen.

Nachdem das erledigt war, ging es nun zurück zum Ausgangspunkt.
Jeder Hund arbeitete nun abwechselnd ein Memory bis alle Hunde sowohl bei der Fallstelle 1 und 2 gewesen sind.

Tja. Und dann wurde das ganze zusammen gesetzt. Heisst: Es fiel ein Mark per Launcher für Hund 1 in Richtung der Fallstelle 1. Nachdem Hund 1 das gearbeitet hat, arbeitete Hund 2 das Memory auf Fallstelle 1, also über das Mark hinweg. Hund 3 arbeitete dann ein Mark Richtung Fallstelle 2 und anschliessend war für Hund 1 die Fallstelle 2 zu arbeiten, also wieder über die Fallstelle hinweg. Das ganze ging dann so lange, bis alle Hunde die Memorys auf beiden Fallstellen gearbeitet hatten.

Hier hatten wir ganz klar das Problem über die Markingfallstellen hinweg zu arbeiten. Irgendwann waren es natürlich bei dem ganzen schiessen auch ein paar mehr Fallstellen. Jedenfalls bringt es noch nicht so viel, wenn ich Dash vor der alten Fallstelle ein “back” hinterher rufe. Da bin ich noch auf der Suche nach dem Königsweg. Ich denke mal steter Aufbau und zunächst mal nur wenige alte Fallstellen und die näher an der Ausgangsposition dran könnten helfen. Ausserdem darf ich selbst dabei noch nicht so weit entfernt stehen.

Aufgabe 8 - 9 | Rumble in the field

Da die Skizzierung der Aufgaben heute ohnehin Murks und mein Ruf nun eh schon ruiniert ist, hier also die Skizze der Aufgabe 3 (Gott oh Gott). Also Leute: dabei sein ist mal sicher besser als nacharbeiten ;-).

jb_090606_aufgabe3

Die Fallstellen 1 und 2 blieben uns erhalten.
zunächst wurden die Hunde am der Ausgangsposition abgesetzt und die Hundeführer entfernten sich da, dass sie Ihre Hunde nach Links auf Position 2 bzw. rechts auf Position 1 einweisen konnten. Die Entfernung zum Hund betrug ca. 50m.
Jeder Hund wurde hier einmal nach Links und einmal nach rechts eingewiesen.

Dann standen die Teams in Linie an der Ausgangsposition 2 und hier arbeitete jeder Hund nun alle 3 Aufgabenteile in einem Rutsch ab:
Teil 1: Ein Mark fiel per Launcher in Richtung der Fallstelle 1 und zwar sehr dicht vor den Zaun. Der Hund war auf das Mark zu schicken, aber in Höhe der Fallstelle 2 abzustoppen und auf diese Einzuweisen.
Teil 2: Das Mark wurde gearbeitet (ca. 70 - 80m)
Teil 3: Memory über die Fallstelle des Marks hinweg auf die Fallstelle 1 (ca. 120m).

Das Stoppen war bei Dash bei Teil 1 völlig unproblematisch. Das Links einweisen ging dann allerdings nur, nachdem ich selbst meine Position nach Links verschoben habe.

Das Mark war auf den Punkt.

Und für das Memory musste ich zunächst mal die Distanz kürzen (locker 120m) und dann ging es mit einmaligen Sitzpfiff an der Fallstelle (Dash war wieder im Suchemodus) und “back” schicken gut.

Für uns war es das dann. Die Os arbeiteten dann noch lange Marks, was ich mir mit Dash geschenkt habe.
Abschliessend haben sich die Teams dann noch im Gasthof zusammengefunden und ein wenig Klönschnack betrieben. Gehört ja auch mal dazu.

Es war ein schöner und anstrengender Tag. Alles in allem bin ich mit Dash super zufrieden, ich hoffe sie mit mir auch. Arbeitstechnisch ist das Einweisen auf einem guten Weg. Rechts / Links ist top. Bei Back kommt es schon noch auch auf die Entfernung an. Im Suchegebiet setzt sie super ihre Nase ein und arbeitet schön mit dem Wind. Marks kann sie fantastisch. Das haben wir früh aufgebaut und dabei leider Ihre Soundkarte aktiviert. Ich hoffe es verbessert sich noch, wenn sie nicht mehr scheinträchtig ist, aber Auflösen wird sich das nicht mehr.

Anyway: Unser Hobby macht uns gemeinsam viel Spass und Mock-Trails sehen wir uns dann eben aus der Zuschauerperspektive an.

Es war wieder einmal ein toller Tag, erneut mit super Leuten bei angenehmem Wetter. Herz, was willst Du mehr.
Wir hoffen auf eine baldige Wiederholung im Juli.

Und hier die Foto-Galerie des Tages auf PICASA.

Seminar Jörg Brach - Böhmsholz

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