Walk-Up Seminar mit Jörg Brach

Wir haben unser erstes Post-OP Seminar als aktive Teilnehmer “überstanden”. Und dann auch noch gleich ein Walk-Up Seminar. Unser “Horror-Fach”. Hier kommt alles zusammen, was bei uns Baustelle ist: Heelwork, Standruhe und die Fähigkeit sich Fallstellen über einen langen Zeitraum merken zu können. Wobei letzteres eher meine Baustelle ist als die von Dash.

Die positive Nachricht: Dash hat den Tag sehr gut überstanden. Sie ist lahmfrei geblieben.

Stattgefunden hat das Seminar am 21.02.2009 in Essel, im schönen Aller-Leine-Tal, organisiert durch die BZG Celler-Land. Die Seminare hier sind besonders nett, weil sich hier Gespanne zusammen finden, die Ihren Hobby frönen wollen und das zusammen sein mit Gleichgesinnten einen hohen Stellenwert hat. Konkurrenzdenken ist hier nicht zu finden.

Alle Fotos gibt es hier: Picasa Webalbum vom Jörg Brach Walk-Up Seminar.

Wer mag, findet hier die Aufgabenbeschreibung.

Eine grosse, flache Wiese mit einfachem Grassbewuchs war das Gelände für den Tag. Für uns war der Schwerpunkt des Tages auf “Heelwork” und “Standruhe” ausgerichtet. Daher kamen wir in eine 4er- Gruppe, bei der wir nicht die einzigen mit diesem Problemen waren. Mit uns in der Gruppe dabei: ein schwarzer Labbi (Caja, die nach Ihrem Wurf auch erst wieder jüngst in´s Training eingestiegen ist), High-Five (ein imposanter, temperamentvoller Chessi) und ein Golden.

Das Gelände und der Aufgabenaufbau blieb über den Tag konstant.
Zunächst wurden 2 Bereiche auf der platten Wiese als Fallbereiche eingerichtet, in die die Hunde dann über den gesamten Tag eingewiesen wurden. Dazu konnten die Hunde Vom Ausgangspunkt (AP) aus zusehen, wie Tennisbälle per Schleuder in die Bereiche geworfen wurden.

So in etwa sah der Übungsaufbau aus:

Aufgabe 1 WalkUp mit Marks
Vom Ausgangspunkt sitzend wurden in die Fallbereiche Tennisbälle geschleudert. Die Linie mit 4 Hunden ging dann zum Zielpunkt. Auf dem Weg dorthin fiel ein Mark in einen der Markingbereiche. Nun wurde zuerst Hund 1 in den Fallbereich 2 geschickt, dann arbeitete Hund 2 das Mark. Weiter ging es zum Zielpunkt. Wieder ein Mark in einen anderen Markingbereich. Hund 3 wurde in den Fallbereich 1 geschickt, Hund 4 arbeitete das Mark. Dann das ganze von vorn, allerdings mit wechselnden Positionen so dass alles in allem jeder Hund bei jedem Fallbereich war und jew. 2 Marks gearbeitet hat. Hier waren jew. nur die Hunde ohne Leine, die arbeiteten, die anderen beiden wurden mit Leine geführt. Die Marks wurden mit 6mm Pistole geschossen.

Zu diesem Zeitpunkt waren die Fallbereiche noch nicht besonders gekennzeichnet. Es war daher recht schwer, sich auf der flachen Wiese diese Fallbereiche zu merken, um den Hund jederzeit in gerader Linie in den Bereich einweisen zu können.

Im grossen und ganzen war das also die “Eingewöhnungsaufgabe”. Alle Fall- und Markingbereiche waren nun bekannt und die Hunde waren in jedem Bereich einmal.

Unser Heelwork war hier und das auch über den ganzen Tag aus meiner Sicht schon besser. Aber zweifellos immer noch grenzwertig. Hier mal ein Foto, das zeigt was ich meine:

Dash läuft relativ weit vorn. Caja hingegen (im Vordergrund) läuft vorbildlich.
Ich habe Jörg mal gefragt, ob es eine “Mussposition” beim Heelwork gibt. Gibt es wohl nicht. Aber der Hund darf bspw. nicht pendeln. Also diese Vor- und Zurückbewegung bei angespannten Hunden kann und wird als “Unruhe” ausgelegt und kann zum Ausscheiden bei Trails oder WTs führen. Und viel weiter vorn als Dash darf der Hund nicht laufen. Wir sind da also an der Grenze. Vorteil Ihrer Art ist aber, dass Dash alles sicher markiert, egal ob das Mark links oder rechts von ihr fällt. Und das hat Dash den ganzen Tag über auch gezeigt. Markieren kann sie einfach super.

Aufgabe 2: WalkUp mit Einweisen in die Fallbereiche und Dummylauncher Marks
Zunächst wurden die Fallbereiche nun mit Fähnchen gekennzeichnet, um es Hund und Hundeführer einfacher zu machen. Und es nun wurde der Dummylauncher rausgeholt. Unser Hass- Lieblingsgerät. Allein wenn Dash das Gerät schon sieht ist ihre Freude unüberhörbar. Leider. Das war und blieb den Tag über unser Hauptproblem. Und wird es wohl auch bleiben. Als Trick gab ich Dash in der Line immer was zum tragen. Sie schaffte es zwar, auch dann Ihrer Freude kundzutun, aber: Es wurde den Tag über besser.

Der Übungsaufbau entsprach der Aufgabe 1. Allerdings machte die Line nach Abschuss des Dummylaunchers immer eine 180°-Wendung. Dann wurde Hund 1 in einen der Fallbereiche eingewiesen und Hund 2 arbeitete das Mark. Auch war es diesmal so, dass jeder Hund in jew. einem der Fallbereiche über Kopf zurückgeschickt und in den jew. anderen Fallbereich in gerader Linie eingewiesen wurde.

Bei dieser Aufgabe hatten wir derart viele Schwierigkeiten, da weiss ich gar nicht so ich anfangen soll. Zum einen die Standruhe, klar. Zum anderen aber liess sich Dash überraschender Weise nicht über Kopf in den Fallbereich einweisen. Sie lief zwar zurück, lies sich dann aber so weit in den Wind fallen, dass sie von der Linie abkam und den Fallbereich nicht erreichte der ca. 80m entfernt war. Sie ist also nicht gerade über Kopf gelaufen. Was dazu führte, dass für Dash der Fallbereich noch einmal markiert werden musste. Dann nahm sie die Richtung auch an. Eigentlich kann Dash das. Aber hier war irgendwie der Wurm drin. Auf der anderen Seite war ihr Lining in den anderen Fallbereich gut, das Marking super.

Hier ist Dash im Fallbereich eingekommen und sucht den Ball.

Schön war, dass für Dash - nachdem Sie das Mark gearbeitet hatte - auf dem Rückweg eine Ablenkung mit dem Launcher geschossen wurde. Hier hat sie sich super verhalten: markiert, aber sicher zurück zu mir gekommen. Natürlich habe ich Sie nicht auf die Ablenkung geschickt. Die durfte dann ein anderer arbeiten.

Da schaut die Dash überrascht: Ablenkung ist unterwegs ;-).

Aufgabe 3: Walk-Up mit Stöberhund
Und es erschien Tweed. Unser kleiner Liebling aus dem Jörg Brach Rudel. Sie hat Ihre OP ebenfalls gut überstanden, Gott sei Dank.

In den bereits bekannten Fallbereichen wurden nun Dummies ausgelegt. Los ging es vom Ausgangspunkt. Tweed wuselte bei bei dieser Aufgabe munter durch die Linie. Jörg ging hinter der Linie und liess Tweed richtig wirbeln.

Es wurden immer wieder Marks (Bälle oder Dummies) mit und ohne Schuss geworfen. Die Hunde arbeiteten abwechselnd wieder jew. die Fallbereiche und die Marks. Die Hunde wurden in die Fallbereiche nun wieder in gerader Linie eingewiesen.

So im nachhinein muss ich zu meiner Überrachung Freude sagen, dass Dash und ich hier gar keine Probleme hatten. Das mag daran gelegten haben, dass Jörg hinter der Linie lief und Dash Tweed auch bereits kennt. Alles im allem war sie hier absolut ruhig.

Nach der nun wohlverdienten Pause nahmen Dash und ich die Gelegenheit wahr, bei der anderen Gruppe nahe der Line mitzulaufen. Also reines Heelwork und Standruhe Training. Unser Glück dabei war, dass Jörg nun die letzte Aufgaben des Tages in den Gruppen arbeitete und diese Gruppe nun volle 60 Minuten an der Reihe war. Also liefen wir eine ganze Stunde in der Linie mit. Ich habe Dash dabei immer wieder was zum tragen gegeben und in der Tat: Sie wurde ruhiger.

Ich kann eigentlich jedem nur empfehlen, bei Gruppen mal mitzulaufen wenn man eben gerade nicht an der Reihe ist. Zum einen lernt der Hund dabei das Warten, zum anderen bekommt man extrem viel Tipps mit, die Jörg den Teilnehmern gibt. Wenn man selbst an der Reihe ist - so geht es mir zumindest - ist man doch meist so mit sich, dem Hund und der Aufgabe beschäftigt, dass das Aufnehmen von Tipps doch ungleich schwerer ist. Also: versucht´s mal.

In der letzten Aufgabe 4 ging es dann auch darum, alles noch einmal zusammen zu bringen. Es war ein WalkUp mit 4 Hunden und es wurden aus der Linie mit dem Launcher Marks geschossen. Die Marks flogen mal sehr hoch und mal sehr flach. Die Hunde arbeiteten wieder alle Stellen abwechselnd.

Der Schuss aus der Line war für einige Hunde nicht so einfach, da ungewohnt.

Zum Abschluss des Tages gab Jörg dann jedem Gespann noch Tipps und Hinweise mit auf den Weg. Während dessen waren die meisten Hunde jedoch schon im Lummerland, so wie hier Trueman.

Für uns war es ein toller Tag mit angenehmen Trainingspartnern. Trotz der langen Pause arbeitet Dash super. Das Thema Standruhe ist und bleibt eine Herausforderung. Was wir aber auch bemerkt haben: Jeder hat so sein Problem. Und das ist doch das Schöne. Es gibt immer Punkte, an denen man gemeinsam mit seinem Partner Hund arbeiten kann. Letztlich ist das ganze für uns ein Hobby und wir hoffen, dass wir dieses mit Dash noch lange ausüben können und sie gesund bleibt. So viel haben wir aus dem letzten Jahr gelernt: Für uns ist das das Wichtigste.

Alle Fotos des Tages gibt es hier:

Walk-Up Seminar mit Jörg Brach

Oder für die “lean-backer” als Clipshow hier:

Also: Auf ein Neues im März. Dann in Böhmsholz.

Ein Kommentar zu “Walk-Up Seminar mit Jörg Brach”

  1. Kathrin mit Jamie

    Uiiiii, das klingt aber schon seeeeehr fortgeschritten! Schön, dass Dash ihre OP so gut hinter sich gebracht hat und Ihr jetzt wieder trainieren könnt; ich verfolge den Blog schon eine Weile (ich glaube übrigens, dass wir uns bei einem Seminar mit Stefaan Bollen in der Nähe von Lüneburg mal kurz gesehen habe…).

    Ich hoffe, für Euch und Dash läuft jetzt alles weiter so gut!

    Herzliche Grüße
    von Kathrin mit der beim Gedanken an Standruhe nur die Augen verdrehenden (und losspringenden) Jamie