Ein Trainingstag mit Jörg Brach

Es war wieder soweit: Die zweite Staffel des Trainingsjahres mit Jörg Brach stand am 17.05.08 in Hamwarde auf dem Programm. Diesmal sind wir in der F-Gruppe dabei gewesen, um zu sehen, was die Grossen so alles machen und den ein oder anderen Trainingstipp mitzunehmen.

Es war ein Spektakel, Gundog-Trainung par exelance. Fast wähnte man sich auf Jagd: Dummylauncher, Rabbit-Dummys, Zäune, Wälle, Schuss, viel Adrenalin und Spass. Für uns eine Herausforderung in den Bereichen Steadyness, Konzentration und Handvertrauen. Und wieder haben wir neue Baustellen mit nach Hause genommen, die wir bearbeiten müssen, sollten und könnten. Und natürlich Anleitungen dazu, wie wir das tun können.

Vielen Dank an Marita, Andrea & Stefan für die super Orga, das erstklassige Gelände und die tolle Idee mit dem anschliessendem Seminarvortrag von Jörg, der viel dazu beigetragen hat die gearbeiteten Aufgaben verstehen und nacharbeiten zu können. Super, so macht das Spass.

Und natürlich Danke an Jörg für das super Training. Unsere Kleine hat hier immer so extrem viel Spass. Schade, dass Du nicht näher an Hamburg wohnst. Schöne Gegend hier, vielleicht denkst Du ja mal über einen Umzug nach ;-).

Mehr als Worte sagt manchmal ein Bild: Schon mal ein Retriever beim arbeiten lächeln sehen? Ich finde, der hier tut´s und er hatte allen Grund dazu:

Joyfull retrieve

Dash beobachtet gepannt die Szenerie und wartet auf ihren Einsatz:

Komm schon, lass mich los

Diesmal mit Aufgabenbeschreibung, für alle die mögen.
Viel Spass.

Übungsaufbau
Um die Aufgabenbeschreibung zu entschlacken, vorweg eine Beschreibung des Übungsaufbaus, der uns über den Tag begleitete.
Im Wesentlichen wurden 4 Stellen gearbeitet. 2 Memorystellen und 2 Markingfallstellen. Die Memorystellen wurden gleich zu Anfang des Trainings etabliert. Jörg und Stefan (vielen Dank übrigens an dieser Stelle für Deine tolle Mithilfe über den ganzen Tag) legten im Memorybereich 1 & 2 Dummys aus. Die Hunde sahen dabei zu, arbeiteten aber die Positionen zunächst nicht. Der Memorybereich 1 war ca. 120m. der Memorybereich 1 ca. 80m von der Ausgangsposition (AP) entfernt.

Wenn in den Aufgaben Marks gearbeitet werden sollten, fielen diese zumeist auf die Fallstellen 1 & 2.
Das ganze im Überblick sah dann ungefähr so aus:

Aufbau der Stationen Hamwarde 2008

Natürlich hatte das Gelände auch so seine Tücken. Insgesamt eine wunderbare Sommerwiese mit mittleren bis hohen Bewuchs. Auf der Wiese verstecken sind immer mal wieder tiefe Traktorspurgen - wie uns Jörg nach dem Training erzählte - die für die Hunde echte Übergänge waren. Und auch an natürlichen Übergängen mangelte es nicht.

Aufgabe 1 Mark mit Rabbit-Dummy als Ablenkung
Vom Ausgangspunkt ging es mit 2 Gespannen als Walk-Up los. Ein Helfer stand ca. 30m entfernt, der einen Rabbit-Dummy quer als Ablenkung los lies. Weiter ging es, und aus dem Dummy-Launcher fiel ein Mark auf die Fallstelle 1. Der erste Hund arbeitete das Mark. Danach ging das ganze von vorne los für den zweiten Hund.

Aufgabe 1 Hamwarde 2008

Aufgabe 2: Memories unter Ablenkung des Rabbit-Dummies
Der Startpunkt war der selbe und wieder ging es mit 2 Gespannen los. Diesmal stand der Helfer allerdings im Rücken der Gespanne. Walk-Up und der lies dann nach ca. 10 - 15m das Rabbit los und damit flog es quasi von hinten an den Gespannen vorbei. Das wurde dann noch beschossen. Weiter Walk-Up (ca. 10m) und dann arbeitet der erste Hund ein Dummy aus dem Memorybereich 1, nachdem Jörg ein Schuss und diese Richtung abgegeben hatte. Danach gingen die Gespanne weiter, es folgte wieder der Rabbit und dann arbeitete der zweite Hund ein Dummy aus dem Memorybereich 2, nachdem in den Jörg in eben diese Richtung geschossen hatte. Abschliessend wurde das gleiche wieder gearbeitet, aber in anderen Reihenfolge, so dass jeder Hund einmal in jedem Memorybereich war.

Wir hatten hier einen wesentlichen Lerneffekt: neben der Tatsache, dass wir unbedingt einen Rabbit bestellen müssen lernte ich, dass Dash nichts damit anzufangen weiss, wenn eine Richtung beschossen wird. Sie kann Schussrichtung und Auftrag nicht zusammen bringen. Wie auch, hat sie ja nicht gelernt bisher. Also 2 neue Baustellen für uns zur Nachbereitung.

Jörg war dann so nett uns eine kleine Einzelerklärung folgen zu lassen (sieht ein bisschen aus nach dem Motto: “Herr, schmeiss Hirn vom Himmel”.) und die Hunde hörten aufmerksam zu ;-).

Einzelstunden

Gemeinsam brachten wir Dash dann an die Fallstelle und ich weiss nun, wie ich diese vermaledeiten beschossenen Blinds für die F-WTs üben kann. Es wird viel Laufarbeit, so viel kann ich an dieser Stelle verraten.

Abschliessend durfte ich Dash dann noch einmal vom Ausgangspunkt schicken, was dann super geklappt hat.

Diese Aufgabe wurde - als dann alle Gespanne durch waren noch gesteigert. Nach dem Rabbit wurde im Walk-Up weiter gegangen und es kam ein “Bird-Behind”. Aus dem Dummy-Launcher flog ein Mark in den Bereich der Fallstelle 2. ich glaube hier war es so, dass der erste Hund ein Dummy aus dem Memorybereich 1 holte und - nachdem der zweite Hund aus dem Memorybereich 2 gearbeitet hatte - dann auch das Mark. Das ganze dann im Wechsel. Also ein echte Aufgabe für Adrenalin-Junkies ;-).

Aufbau der Aufgabe 2:
Aufgabe 2b Hamwarde

Es folgte die Stunde des Zauns.

Aufgabe 3 - Marks und Memories über den Zaun
Zunächst wurden die Hunde an den Zaun gewöhnt, wer ihn noch nicht kannte. Dash fand, dass nur weil sie so ein Zaun auch hat, das noch lange nicht heisst, dass sie auf den Spass mit den Happies über den Zaun zur Gewöhnung verzichten muss. Also tat sie so, als habe sie noch nie eine Zaun gesehen. Nachdem das geklärt war, konnte es los gehen.

Der Zaun war so gespannt, das ein Umlaufen unmöglich war. Es wurden Marks über den Zun geworfen und die Hunde arbeiteten nacheinander. Der Abstand wurde vergrössert und dann folgte noch ein Durchgang.

Dann ging es noch weiter zurück. Allerdings flog nun kein Mark mehr, sondern es war ein Dummy aus dem altbekannten Memorybereich 1 geholt werden. Dieser lag hinter den Fallstellen der Marks die zuerst über den Zaun geworfen wurden, so dass die alten Fallstellen zu überlaufen waren.

Nachdem das geschafft war ging es noch weiter zurück und es folgte der letzte Durchgang am Zaun für diese Runde. Ein Mark fiel unter Schuss direkt vor den Zaun. Dieses wir zu arbeiten und im Anschluss war wieder ein Dummy aus dem Memorybereich 1 zu holen.

Die Skizze zur Aufgabe:

Aufgabe 2 Hamwarde Mai 2008

Wir machten ein wetterbedingten Geländewechsel (man war das nass, alle Achtung).

Aufgabe 4: Suche und Einweisen auf ein “Blind”
Die Gepanne postierten sich in einem Waldstück so ca. 10m vor einm Graben, der auf 12.00 Uhr war. Auf der gegenüberliegenden Seite wurden Dummys (12) ausgelegt. Dann wurden auf ca. 16.00 Uhr in ca. 30m Entfernung in einem nicht sichtigen Graben noch 2 weitere Dummies ausgelegt. Die Hunde sahen dabei zu. Dann wurde vom Ausgangspunkt in das Suchegebiet und in Richtung des “Blinds” auf 16.00 Uhr geschossen.

Es arbeiteten wieder immer 2 Gespanne die Aufgabe.
Zuerst sollten je Hund 2 Dummys aus dem Suchegebiet geholt werden. Dabei war der zweite Hund immer dann zu schicken, wenn der erste auf dem Rückweg gerade im oder über dem Graben war. Danach sollte der erste Hund das “Blind” aus dem Graben auf 16.00 Uhr holen. Wenn dieser Hund auf dem Weg war, wurde der zweite Hund nochmals in das Suchegebiet geschickt. Die Hunde arbeiteten also diesen Part parallel, wenn auch in anderen Gebieten. Wenn beide Hunde wieder zurück waren, wurde gewechselt (Hund 2 “Blind” und Hund 1 letztmalig in das Suchegebiet).

Hier waren wir das zweite Gespann, nachdem bereits 2 vor uns gearbeitet hatten. Und diese Aufgabe war die “Sternstunde” von Dash an diesem Tag. Ich hatte ja befürchtet, dass das parallele arbeiten sowie das schicken an einem anderen Hund vorbei schwierig werden würde, aber Dash hat das super gemeistert. Auch das “Blind” hat die klasse gearbeitet. Gerade Linie raus und direkt den Graben angenommen. Abgerundet wurde diese super Arbeit davon, dass sie nun als letzte in das Suchegebiet musste und dort nur noch 1 Dummy lag. Das Suchegebiet war dabei recht gross. Aber sie bleib dran und hat auch das letzte Dummy ohne Fragen oder ähnliches in einem Rutsch wirklich zügig gefunden.

Die Zeichnung hierzu:
Aufgabe 4 Hamwarde 2008

Es wurde nun echt kalt und einige Hunde zeigten Ermüdungserscheinungen, so dass wir uns an die letzte Aufgabe des Tages machten.

Aufgabe 5: Unbeschossenes “Blind” & Mark
Wir gingen wieder zurück in das alte Gebiet. Hierbei wurde nun einzeln gearbeitet. Die Hunde mussten vor der Wiese auf einem Weg warten, so dass die Wiese für Sie nicht einsehbar war. In dem bereits gut bekannten Memorybereich 1 wurden Dummys ausgelegt. Nachdem das erledigt war, kamen die Hunde nacheinander an die Reihe. Vom Startpunkt aus ging es los, Frei-Fuss ca. 20m auf Jörg zu, der dann mit Schuss über die Bäume auf ca. 12.00 Uhr ein Mark in den See warf. Natürlich war der Flugweg des Dummys so nur auf der ersten Hälfte zu sehen, und die Fallstelle zu hören. Zuerst war das “Blind” zu arbeiten. Jeder Hundeführer konnte nun entscheiden, ob er von der Position aus arbeiten wollte oder auf ein alternative Startposition arbeitete. Entweder war damit das “Blind” in der Diagonalen zu arbeiten oder später das Mark.

So schaut das dann aus:
Aufgabe 5 Hamwarde 2008

Ich entschied mich an Ort und Stelle zu bleiben und damit Dash diagonal auf das Blind zu schicken.
Tja. Sie ging leider zunächst Richtung Mark, obwohl ich der Meinung war, dass sie meiner Hand folgen wurde, Stopp-Pfiff klappte so lala, aber klappte. Nun musste ich Sie aus meiner Sicht nach links hinten schicken und dass noch über einen Zaun. Ich versuchte es mit “back” und Dash ging gut über den Zaun. Nach dem Zaun wollte die Kleine aber dann doch wieder zum Mark (also fehlte die Richtung): erneuter Stopp-Pfiff (den müssen wir wieder üben, fällt mir dabei ein). Klappte. Jetzt wieder nach links hinten aus meiner Sicht. Nun versuchte ich das mit einem “rüber” und der Körperhaltung wie sie uns Jörg beim letzen mal gezeigt hat. Jetzt nam Dash die Richtung an und lief in einem Zug in das Fallgebiet. Rückweg ohne Komplikationen.

Abschliessend konnte ich Dash auf das Mark schicken, dass auch nicht so ohne war, weil sie auf dem Weg zum Mark diverseste Geländeübergänge zu meistern hatte. Da sie zumeist ausser Sicht war, kann ich nicht sagen, wie sie zum Mark gekommen ist. Aber sie ist und auch die Abgabe war ohne Schütteln dann kein Thema mehr.

Damit ging er zu ende, unser Trainingstag. Erschöpft und pitschepatsche nass war erstmal ein Klamottenwechsel angesagt. Im Suchelokal erklärte Jörg dann noch einmal über 2 Stunden die Aufgaben sowie den dazu notwendigen Aufbau.

Es war wieder ein rundherum Klassetraining. Im Grossen und Ganzen können wir feststellen dass Dash durchaus schon in der Lage ist F-Aufgaben zu arbeiten. “Blinds” - vor allem beschossene - müssen wir nun anfangen zu arbeiten und jetzt wissen wir ja auch wie. Entfernungen sind weiter ein Thema, da können wir uns mehr zutrauen. Tja. Und Steadyness ist wieder auf der Tagesordnung. Wir brauchen nun ein Rabbit-Dummy, denn das hat Dash schon einigermassen aus der Fassung gebracht. Dann gehen wir mal einkaufen und zwar hier www.gundogs.de.

Abschliessend noch ein paar Fotos. Viele sind es diesmal nicht, da das Wetter zu bescheiden war.

Wir freuen uns auf Ende Mai, wo wir fast alle wieder zusammen sind.

Bis dahin, viel Spass mit euren Hunden!

3 Kommentare zu “Ein Trainingstag mit Jörg Brach”

  1. Uwe Klatt

    Hallo Björn,

    sehr schöner Bericht, besonders die Darstellung der Aufgaben. Fehlt nur noch das Gelände, um die Aufgaben umzusetzen. Ich vermisse allerdings einen Hinweis darauf, dass es ca. 2/3 des Tages ununterbrochen geregnet hat, der letztlich dazu führte, dass einige Hundeführer gegen 16:00 Uhr “die Schnauze voll hatten”.
    Übrigens schöne Fotos habt Ihr gemacht. Besteht eine Chance, die Fotos 22 und 25 zu bekommen? Danke.
    Viele Grüße von Irene und Uwe mit Funny und Gissi

  2. Bjoern

    Klar gibt´s Fotos. Sind Dir eben zugegangen. Und ja: es hat geregnet und zwar aus Kübeln. Aber: nur die Harten kommen in den Garten ;-). Und den Hunden war es piepe. Meiner zumindest. Freuen uns auf das nächste mal.

  3. Sandra Koenecke

    Hallo Björn!

    Habe eben erst die Fotos entdeckt. Sehr schön, dass du mein dickes Hinterteil so vorteilhaft in Szene gesetzt hast. Danke, dass du den dazugehörigen Kopf weggelassen hast ;-).
    Die Fotos hätte ich trotzdem gern, da der Hund darauf wirklich toll aussieht. Schickst du sie mir zu?

    Danke!

    Liebe Grüße
    Sandra