Wir waren bei Jörg Brach zum Seminar
…und stellten bei der Ankunft fest: oh. Ein Seminar für F´s. Wie ist das denn passiert? Aber nu war´s zu spät. Also war die Devise für´s Wochenende schnell aufgestellt: nicht blamieren und die anderen nicht aufhalten. Da uns Jörg nicht kannte, sollten wir uns am Anfang kurz vorstellen und unsere Baustellen aufzählen. Gut, es war früh und man soll Fremde ja nicht gleich schockieren, gell. Also haben wir den Schwerpunkt der Liste mal auf Steadyness mit besonderer Würdigung unser hart erarbeiteten Erwartungshaltung nach dem Schuss (oder besser: schon vorher, wenn der Helfer den Arm raushält) gelegt.
Und so machten wir uns also an die Arbeit, nachdem Jörg das Gelände präperiert hatte.
Es war der Einstieg zu wirklich wunderbaren, lehrreichen, spannenden und lustigen 2 Tagen an denen unsere Kleine gut gearbeitet und die vollen 2 Tage mit einem kleinem Hänger zu Beginn des zweiten Tags toll durchgehalten hat (dafür liegt sie heute die meiste Zeit im Tiefschlaf-Koma). Die Aufgaben waren fantastisch abwechslungsreich gestaltet mit Walk-Ups, Linings, Zäunen und anderen Übergängen, einem Dummylauncher, einem Flitze-Dummy und vielen anderem mehr. Da hat unsere Kleine ein um`s andere mal grosse Augen gemacht. Toll.
Die Aufgaben, die uns Jörg Brach gestellt hat (oder besser: so wie ich Sie in Erinnerung habe) versuche ich in illustrierter Form wiederzugeben. Da Jörg die Aufgaben immer an den Leistungsstand der jeweiligen Gespanne angepasst hat, kann ich nur die Aufgaben aus unserer Sicht darstellten. Und es kann dabei gut sein, dass ich Aufgaben vergessen habe. Denn es waren echt viele.
Also los geht´s mit Tag 1, an dem sich 6 Gespanne einfanden.
Aufgabe 1: Bindungsarbeit - Unterordnung
Zum Aufwärmen machte jeder Fussarbeit, während Jörg das Gelände präperierte.
Aufgabe 2: In der Linie warten - Steadyness
Die Gespanne warten in der Linie, während ein Englisch Springer Spaniel (ich glaube sie hiess Tweed, eine unglaublich betörende Arbeitsbiene) relativ kurz vor der Gespannen eine intensive Suche durchführte. Während dessen schoss Jörg immer mal wieder, ohne das was fiel.
Aufgabe 3: Walk-Up mit Verleitungen - Steadyness
3 Gespanne führten an den auf der linken Seite wartenden 3 weiteren Gespannen einen Walk-Up durch. Der Springer-Spaniel suchte weiter und kreutze dabei immer wieder durch die Linie der sich im Walk-Up befindlichen Gespanne. Nebenbei immer mal wieder ein Schuss, ohne das was fiel.
Aufgabe 4: 2er Walk-Ups und Einweisen auf Memory-Marks
Uuii, jetzt wird´s kompliziert. Zunächst wurden Dummys auf einer Fallstelle ausgelegt. Dann entfernten sich 2 Gespanne in einem Walk-Up von der Stelle und es wurden Marks ausgeworfen. Ein Gespann musste auf die Fallstelle einweisen. Nachdem das erledigt war, holte das zweite Gespann das Mark. Problem: das Gelände ging duch hohe Binsen. So war die Fussarbeit im Walk-Up schwer und das Lining zur Fallstelle bei Einweisen auch nicht ohne. Jörg gab uns dabei Tipps zum Ansetzen des Hunden sor dem Einweisen (eben wegen des schweren Geländes) und im speziellen mir zur Handhaltung beim Einweisen.
Das ganze wurde so ca. 4mal wiederholt. während die Gespanne sich immer weiter von der Fallstelle entfernten.
Abschliessend gingen wir dann in eine gerade Linie zur alten Fallstelle von der wir mittlerweile ca. 100m entfernt waren und schickten den Hund voran auf die Fallstelle. Hier ging´s an einem Fähnchen vorbei. An dem lag zwar nix, aber das stellte einige Hunde (auch uns) vor das Problem, dass der Hund eben an diesem Fähnchen die Dummys suchte.
Aufgabe 5: Einweisen auf 2 Fallstellen und ein Memory-Mark retrieve
Zu der Fallstelle aus Aufgabe 4 wurde eine weitere Fallstelle etabliert. Die Hunde konnten bei Auslegen zugucken (kamen aber nicht mit). Der Weg dahin führte wieder durch hohe Binsen. Die waren so hoch, dass ich Dash von der Fallstelle nicht sehen konnte (ich durfte die Dummys an der neuen Fallstelle auslegen, um es Dash ein wenig einfacher zu machen.
Es standen 2 Gespanne an der Aufgabe. Jedes Gespann arbeitete 2mal die jeweiligen Fallstellen. Und anschliessend das Memory-Mark.
Aufgabe 6: Einweisen auf 2 Fallstellen und ein Memory-Mark retrieve
Der Aufbau entsprach der Aufgabe 5, allerdings wurde die Stelle an der man die Hunde ansetzte nach hinten verlegt. Damit wurde der Winkel zwischen den beiden Fallstellen kleiner und natürlich die Strecken weiter. Das voran auf die erste Fallstelle hatte bei uns jetzt so ca. 120m (puuuh ist das weit).
Aufgabe 7: Retrieve über einen Zaun.
Mittlerweile kam die Sonne raus und wir lernten Jörgs mobilen Zaum kennen. Nachdem er das Gelände mit dem Zaun quasi in 2 Teile getrennt hatte, ging´s darum erstmal den Zaun kennenzulernen. Es wurde ein Dummy über den zaun geworfen und der Hund wurden an die Überwindung des zauns gewöhnt. Untendurch ging´s nicht (hat Dash natürlich probiert), also musste es drüber gehen. Das ganze ging sehr spielerisch und die Entfernung zum Zaun wurde dabei immer weiter leicht gesteigert.
Aufgabe 8: Memory-Mark über Zaun und Einweisen über die Fallstelle
Das Gespann stellte sich in 90° Winkel vor den Zaun. Es fiel ein Mark. 180° Drehung und den Hund zum retrieve schicken. Anschliessend auf die alte Fallstelle aus Aufgabe 4 Einweisen. Dabei lag diese Fallstelle in gerader verlängerter Linie zur Fallstelle des Marks.
Aufgabe 9: Einweisen über Zaun auf 2 Fallstellen
Der Zaun trennte nun die Gepanne von den bereits bekannten Fallstellen aus Aufgabe 4 und hier dazu noch Fallstelle 5. Fallstelle 4 war in gerader Line voran und Fallstelle 5 in ca. 45° wobei der Weg dahin neben dem Zaun noch die bekannten Binsen als besondere Herausforderung zu bieten hatte.
Das war der Tag. Gute 8 Stunden harte Arbeit lagen damit hinter uns. Wir waren begeistert.
Jörg stellte dann für den kommenden Tag nach der doch anstrengenden Konzentrationsarbeit über Vorans und die langen Distanzen für den morgigen Tag mehr Markings, Schuss und Richtungswechsel in Aussicht.
Und damit kommen wir zu Tag #2.
Es fanden sich 7 Gespanne ein und heute war das Gelände ein anderes, nämlich eine Pferdekoppel die als besonderen Reiz eine Senke aufwies, die die Wiese praktisch in 2 Teile trennte und den Tag über noch für lustige Gelegenheit sorgte über Geländeübergänge einzuweisen. Und wir lernten: nur weil wir es fast noch nicht einmal sehen können, heisst das nicht, das der Hund das auch so sieht. Aber zu den Aufgaben.
Aufgabe 1: Memory Marks
3 Gespanne stehen auf dem Gelände verteilt. Dummys sind bereits im Fallgebiet verteilt und es fliegen noch ein paar Marks an die Stelle. Die Gespanne senden in abwechselnder Reihenfolge, jedes Gespann 2-3 mal.
Aufgabe 2: Einweisen in das alte Fallgebiet über den Geländeübergang und mit Ablenkung.
3 Gespanne stehen in der Linie. Jedes Gespann holt ein Dummy aus dem alten Fallgebiet mit Einweisen.
Jetzt ist Jörg zu den Gespannen gekommen unh hat seitlich links ein Gebüsch beschossen. Und nun durfte jedes Gespann wieder ein Dummy aus dem alten Fallgebiet holen. Erstaunlicherweise (für mich) liessen sich alle Hunde ohne Umstände wieder an die alte Fallstelle bringen und keiner ist mal abgebogen um zu gucken, ob sich nicht doch was hinter der Hecke verbirgt.
Nach dieser Aufgabe war Dash dann auch aufgewacht und bei den folgenden Aufgaben klappte das dann auch mit den Rückweg wieder besser.
Aufgabe 3: Memory-Marks mit Positionswechsel
2 Gespanne stehen auf einer Linie in weitem Abstand. Schütze wirft 2 Marks (einmal die alte Fallstelle, einmal eine neue). Jedes Gespann holt das Mark auf seiner “Seite”. Danach wurden die Marks auf der diagonal gegenüberliegenden Seite gearbeitet. Wir bekamen hier sehr wertvolle Hinweise zur Fusstellung bei Markierungen im allgemeinen und Doppelmarkierungen im besonderen.
Aufgabe 4: Einweisen rechts links
Aus der Aufgabe 3 hatten wir ja nun 2 Fallstellen, die wieder verwendet wurden. Hundeführer ging jeweils mit seinem Hund zum Übergang und setze diesen vor (bei einige Gespannen auch hinter) dem Übergang ab und entfernte sich so vom Hund, dass er zu einzuweisender Stelle und Hund einen 90° Winkel hatte. Es waren beide Fallstellen zu arbeiten und es gab wertvolle Tipps zur Körper- und Handhaltung.
Aufgabe 5: Einweisen mit Ablenkung Running Rabbit
Der Hund war auf die bekannten Fallstellen einzuweisen. Zur Ablenkung wurde vor dem Einweisen ein Running Rabbit losgelassen. Hier bekamen wir sehr wertvolle Tipps wie der Hund trotz der interessanten Ablekung an die Fallstelle zu bekommen war, denn viele hatten noch nicht mit einer Ablenkung in solcher Nähe gearbeitet. Zumindest wir nicht. Ausser mit dem Staubsauerkabel. Aber das ist eine andere Geschichte.
Und jeeetzt: der grosse Auftritt des Dummy-Launchers. Juhu. Einsatz unser Heulboje. Das war ja einer der Gründe, warum wir unbedingt an diesem Seminar teilnehmen wollten. Ich habe mir jedes Menge Tipps abgeholt, was ich zu beachten habe. Neben der Tatsache das mir selbst mal die Schüsse egal sein sollen auch Hinweise zur Korrektur wenn es mal passiert. Es ist ja nicht so, dass Dash ein Konzert abstimmt, aber es gibt halt den ein oder anderen Stresslaut vor lauter Erwartungshaltung. Insgesamt hat sie sich gut gehalten, auch wenn es ab und an mal einen Laut gab. Wir zu erwarten war. Aber sie bemerkt es selbst und duckt sich mittlerweile dann schon schuldbewusst. Also das wird schon, wir bleiben über den Winter an dem Thema dran, wie gesagt.
Aufgabe 6: Marks mit Ablenkung
2 Gespanne arbeiten nacheinander. Das Erste ein langes und das Zweite ein kurzes Mark. Das kurze fällt nahe bei Lockenten die zur Ablenkung positioniert wurden. Der erste Hund musste also auf seinem Weg zum Mark an den Lockenten vorbei, dann der zweite das Mark trotz Lockenten in naher Umgebung arbeiten. Danach Wechsel.
Aufgabe 7: Mark aus der Linie mit Ablenkung
Die Gespanne stehen in einer Linie. Es fällt ein Mark. Ein Hund arbeitet. Auf dem Rückweg fällt ein zweites Mark, dass der zweite Hund direkt arbeitet usw. Insgesamt stehen 4 Gespanne in der Linie und jeder Hund arbeitet 2mal.
Aufgabe 8: Doppelmark auf der Linie
Die Gespanne laufen auf den Helfer zu. Kommando behind, Gespanne drehen, wieder Kommando behind und es fallen direkt 2 Marks. Marks werden nacheinander von 2 Hunden gearbeitet. Jeder Hund arbeitet 2mal. Das fiese war, dass Jörg es tatsächlich geschaft hat, mit einem Wurf 2 Marks zu werfen. Diese zu markieren war echt schwer für die Hunde. Aber man wächst an der Herausforderung und es war eine echt actionreiche Übung. Positionen wie auf Aufgabe 7.
Aufgabe 9: Diverse Übungen aus der Linie im Walk-Up
Also diese Aufgabe kann man nicht beschreiben. Da muss man dabei gewesen sein. Ich versuch´s trotzdem, nur das mit dem Bild schenke ich mir: 7 Gespanne in einer Line. Walk-Up frei Fuss und der wirklich betörende Springer Spaniel von Tag 1 wuselt vor, hinter, neben und duch die Linie und sucht wie verrückt. Es fallen dazu Marks vor und hinter die Linie. Jörg wählt immer ein Gespann zur Arbeit raus. Daneben lässt der hinter der Linie immer wieder Blinds fallen, die wirklich weder die Hundeführer noch die Hunde mitbekommen haben. Wir durften auch so eins arbeiten und das ist schon eine echt andere Nummer wenn man selbst keine Ahnung hat, wo das Ding liegen soll und den Hund trotzdem einweisen soll. Ausserdem haben wir ein Mark gearbeitet, wobei aber ich vor die Linie getreten bin und Dash die in der Linie verbleiben war back geschickt habe. Ich glaube jeder Hund war so 2mal dran. Macht dann 14 Aufgaben in der Linie also 12mal warten und Fussgehen. Super spannend, echt grosses Kino.
Das war´s für den Tag. Zum Abschluss hat dann Jörg noch jedem sein “Päckchen” zum nacharbeiten mitgegeben. Bei uns wären dass natürlich die Fussarbeit mit Drehungen, mehr Zutrauen in den Hund zu haben und beim Einweisen erst mit grösseren Entfernungen zu arbeiten und dann näher zu gehen um den stärkeren Trieb noch auszunutzen. Das solange, bis das Vertrauen in die Hand wirklich da ist, dann wieder umdrehen um die Entfernungen asuzuweiten. Und wir müssen wohl wieder am Zurück-Pfiff arbeiten. Das werden wir tun und freuen uns schon sehr auf November, wo wir eine Wiederholung eingeplant haben.
Vielen Dank an Marita für die Orga und an Jörg: war subba, danke schööön.
Wer mal selbst bei Jörg ein Seminar besuchen will, kann hier auf seiner Gundog-Trainingsseite sehen, welche Termine zur Zeit anstehen.
Und zum Abschluss gibt´s dann jetzt noch ein paar Fotos, um sich einen Eindruck vom Gelände verschaffen zu können.



















































am 11. Oktober 2007 um 08:11 Uhr.
klasse Björn - einfach klasse!
Deine Texte, Beschreibungen, jetzt auch noch die immer besser werdenden Grafiken …. ichhab hier immer eine Menge Spaß auf Deinen Seiten ;-)))
liebe Grüße,
Pia