Training mit Schuss - Waldmann´s Heil

Heute kann ich endlich wieder von unserem Training bei Ellen berichten. Das ist ja immer sowas wie der Wochenhöhepunkt für uns. Diesmal trafen sich 3 Gespanne ich Wendisch-Evern auf dem Trainingsgelände der BZG Lüneburg.

Das Gelände ist ein ca. 30m breiter Streifen mit recht hohem Wiesenbewuchs, der links und rechts von einem unterholzartigen Übergang in ein Waldgebiet begrenzt wird.

Hier darf man schiessen und da alle Teilnehmer der Trainingsgruppe das gern in Anspruch nehmen, wurde davon auch ausgiebig Gebrauch gemacht.

Die Schwerpunkte dieses Trainings lagen bei allen Teilnehmern anders: Cody, der gern mal einspringt, Lotte die etwas schussscheu ist und wir mit unserem “Fiepproblem”. Entsprechend wurden die Aufgaben auch für jeden Hund anders gestaltet.

Ich berichte mal die Aufgaben aus unseren Sicht.

Aufgabe 1: Übungen unter Schussablenkung
Zunächst einmal zogen wir Karten aus dem Trainingsspiel von Anke Bongaerts (haben wir auch, sollte jeder Dummyeinsteiger haben. ist super!).

Wir hatten folgende Übungen gezogen
a) Ich stehe ca. 15 m vor dem Hund und werfe ein Dummy nach hinten (stehe also zwischen Hund und Dummy). Dann gehe ich wieder zum Hund. Hier kann ich entscheiden,ob ich den Hund nun schicke oder das Dummy selbst hole. Ich habe es immer selbst geholt.

b) Ich stehe neben dem Hund und werfe ein Dummy nach vorn (soweit es geht). Frei-Fuss auf den Dummy zu. Kurz bevor der Hund zum Dummy zieht, sitz und ich hole das Dummy. Zurück zum Hund.

Während wir diese Übungen machten, schoss der Helfer immer mal wieder. Der Helfer stand startete ca. 50m im Rücken der Hunde und arbeitete sich nach und nach auf ca. 30m Nähe.

Die Aufgaben wurden dann wiederholt und diesmal sass der Hund so, dass er den Helfer sehen konnte und ich zwischen Helfer/Schützen und Dash stand. Das hat sie sichtlich gestresst (Gras fressen, Unruhe). Also habe ich das sein lassen und wieder mit dem Schützen im Rücken von Dash gearbeitet.

Hat gut geklappt. Die Übungen sowieso. Auch ohne fiepen.

Hier die visuelle Darstellung des Ablaufs/Geländes
Gelände und Aufbau Aufgabe 1

Übung 2: Festigung des Stopp-Sitz-Pfiffs
Elli fragte uns dann wie es mit dem Stopp-Sitz-Pfiff steht. Meine Aussage: o.k., es sei denn, Dash ist im “Suchmodus”. Da hört sie nix, sondern riecht nur.

Dafür wurde folgende Übung gemacht:
Gespanne stehen in der Linie. Ein Werfer wirft ein Mark (ca. 80m Entfernung) in hohes Gras (Fallstelle nicht sichtig). 180° Drehung. Jetzt nimmt der Werfer das Mark weg (der Hund sieht das nicht, da er in die andere Richtung guckt). Dann wieder 180° Drehung und einen Hund zum Apport schicken (Hunde arbeiten nacheinander die kompletten Aufgabe). Sobald der Hund im Fallgebiet angekommen ist, Stopp-Pfiff.

In der Regel wird der Hund das überhören und dann macht der Führer erstmal gar nichts. Denn darum geht´s ja. Der Hund kann nicht zum Erfolg kommen. Irgendwann wird der Hund dann Blickkontakt mit dem HF suchen. Dann sofort wieder den Stopp-Pfiff und dieser muss auch durchgesetzt werden. Wenn sich der Hund dann setzt: Wirft der HF sofort einen Happydummy auf den Hund zu, den dieser auch holen darf. Es ist wichtig, dass der HF den Happy wirft, weil der Hund lernt: vom HF kommt alles Gute ;-).

Wir haben das 3x wiederholt. Schon beim zweitenmal hat Dash schneller reagiert. Beim dritten mal fast direkt.

Abschliessend (4te Wiederholung) wurde das Mark dann nicht weggenommen und der Hund machte einen normalen Apport.
Wichtig ist, dass man hier immer mal wieder einen Apport einbaut und variiert, wann dieser ist. Also abwechslungsreich und für den Hund unvorhersehbar. Wichtig, damit man sich keinen Frager ranzieht. Ausserdem wichtig: wirklich sofortiges pfeiffen, wenn der Hund ins Fallgebiet kommt. Und sofortiges belohnen, wenn der Hund reagiert.

Wir waren Hund #3. Also hatten wir vorher schon ca. 8 Marks und 16 180° Drehungen. Alles ruhig bei uns, kein Einspringen. Sehr schön. Das ganze war aber ohne Schuss. Das ganze wurde 2mal gearbeitet.

So sah es aus:
Aufgabe 2

Vorbereitung zu Aufgabe #4:
Hunde warten in der Linie am Waldrand. Abstand zwischen den Gespannen ca. 3m. Entfernung zum Treiben max. 15-20m. Helfer gehen von rechts nach links und schiessen wir die wilden. Es werden sehr sehr viele Dummys geworfen (aber nicht so nah zueinander, dass die Gefahr von Tauschen bestehen könnte).

Tja. Wir hatten fiepen. 2x, würde ich sagen. Aber kein Einspringen, obwohl Dash ohne Leine im Sitz sass.
Das mit den Fiepen ist aus meiner heutigen Sicht das Ergebnis ein enormen Erwartungshaltung (Schuss = gleich darf ich los). Durfte sie natürlich nicht. Weiter ging´s zu Aufgabe 3.

Aufgabe 3: Apell mit 3 Gespannen
Dreier Linie, Helfer steht sichtig ca. 30m voraus. Frei-Fuss, Schuss, Mark. Wieder Frei Fuss, Schuss, kein Mark, Hund wird nach Freigabe auf das gefallene Mark geschickt. Das war die Dummy A Vorbereitungsübung für Lotte ;-).

Wir liefen mit (Frei-Fuss) und apportierten nicht. Für uns also wieder eine “Warteübung” der Erwartungshaltung wegen. Wir zeigten akzebtables Fusslaufen (Dash ist immer soweit voraus, dass ihr Hintern gerade noch mein Bein berührt). Da Dash aber so angepannt ist wenn der Helfer sichtig steht und geschossen wird, korrigiere ich das Fusslaufen bei der Übung nicht. Das machen wir an anderer Stelle. Eingesprungen ist sie nicht, dafür aber 2x leisen Laut gegeben (mann oh mann, da habe ich uns was eingebrockt. Das wird noch richtig lange dauern, bis wir das wieder draussen haben). BTW: wenn Dash fiept, korrigiere ich sie mit Schnauzengriff und ein hartem Nein. Wenn sie ruhig ist, bekommt die ein Leckerchen. Dadurch versuche ich sie mehr auf mich, als auf den Schuss zu konzentrieren.

Aufgabe 4: Suche nach Treiben
Jetzt gings an die Startposition zur vorbereiteten Aufgabe 4. Die Hunde wurden erst nacheinander geschickt, dann parallel. Wir waren #3, also war wieder erstmal warten angesagt. Nacheinander war gut. Kein Einspringen, kein Laut. Recht schnelles Finden der Dummys direkt vorne am Suchegebiet.

Parallel war schwierig: Da Dash gut sucht, aber Konflikten aus dem Weg geht, ist es 2mal passiert dass sie eher am Dummy war als der jeweils andere Hund. Der ist ihr aber gefolgt und Dash hat ihm dann das Dummy überlassen.
Ich habe sie dann jeweils zurückgeholt und sie trotzdem gelobt. Nach dem zweiten Mal durfte sie alleine in die Nachsuche und sollte zügig Erfolg haben (hat Elli auch so eingefädelt, dass es geklappt hat). Ich habe Dash dann wie verrückt gelobt.

Also die Aufgabe ist nix für uns: sie gibt anderen Hunden einfach immer die Beute. Das macht sie auch mit Bällen so. Gelernt habe ich also: schicke sie (noch) nicht mit anderen Hunden parallel. Nacheinander geht.

Hier die Aufgabe in der Übersicht
Aufgabe 4 - Treiben und Nachsuche

Das war´s für uns. Kommendes WE ist ja schon Lünecup. Ob wir starten ist noch nicht sicher. Mal sehen, wie das mit Dash´s Scheinschwangerschaft weiter geht.

2 Kommentare zu “Training mit Schuss - Waldmann´s Heil”

  1. Marina

    Lieber Björn,

    ich finde Eure Website hoch interessant und ich bringe sehr viel Respekt auf für Leute die soviel Zeit investieren wie du, um eine so nette Homepage zu gestallten und immer über den neuesten Stand berichten. Hut ab!

    Wenn du uns das nächste mal erwähnst, das schwarze Monster heißt “Cody”. Nicht Hoodie!!

    Ich wünsche Euch viel Glück auf dem Lüne Cup, wir sehen uns dann am 29.09. zum nächsten Training.

    Es grüßen euch
    Marina und Cody

  2. Bjoern

    Hallo Marina,
    na denn nennen wir ihn doch mal bei seinem richtigen Namen. Habe ich geändert.

    Bis zum kommenden Training!