Zirkeltraining mal anders - oder Dummytraining mit Abwechslung
Kennt Ihr noch das gute alte Zirkeltraining? Wo man ohne Pause von einer Station zur nächsten eilt und dann irgendwann besinnungslos in der Ecke liegt?
So was geht auch beim Dummytraining. Glaubst Du nicht? Habe ich bis gestern auch nicht. Doch dann kam Ellen mit Ihrem supertollen und sehr abwechslungsreichen Trainingsplan und hat mich eines besseren belehrt.
Sie hatte sich insgesamt 4 Stationen ausgedacht. 2 davon wurden von jedem Hundeführer allein gearbeitet (Station 1 & 2). Station 3 und 4 wurden dann mit 3 Hunden in der Linie gearbeitet. Mal als Walk-Up, mal als Markierung, mal als Einweisen. Also insgesamt mit 5 Hunden.
Puhh, das war anstrengend. Hat aber sehr viel Spass gemacht. Dabei lief das Training in grösstmöglicher Ruhe ab. Die Helfer haben bei den Marks keine oder nur leise Geräusche gemacht, die Hundeführer möglichst leise mit den Hunden kommuniziert.
Und damit das nachvollziehbar bleibt, diesmal mit 1a Trainingszeichnung , (C) by me.
Gestern war´s also wieder soweit: Scheinträchtigkeitswoche 2 und der nächste Versuch beim Training.
Ich hatte schon befürchtet, Dash wäre etwas abwesend (den Tag über hat sie viel geschlafen und gekuschelt) aber nix da. Auf der Trainingswiese angekommen, sprang ihr Akku wieder an. Sie war aufmerksam und schnell wenn sie dran war und ruhig und entspannt, wenn sie warten musste (diesmal musste sie das auf meinen Wunsch reichlich). Kein Muks, kein Laut, Perfetto.
Station 1: Memory Mark über´s Wasser
Die Hunde wurden ca. 30m vom Ufer entfernt abgesetzt. 2 Helfer gingen an´s Ufer und warfen reichlich Marks auf die andere Seite. Der Ein- und Ausstieg war recht steil. Das Gelände auf der anderen Seite war eine Böschung mit Schilff und eine sehr hoch bewachsene Wiese (ca. 1m).
Der erste Hund wurde gleich in die Aufgabe geschickt, und der jüngste Hund blieb zum Zuschauen dabei.
Die anderen gingen Frei-Fuss auf in die Mitte der Wiese (ebenfalls sehr hoch bewachsen, ca. hüfthoch).
Während die Gespanne zur Wiese gingen, legte ein Helfer versteckt für die Hunde 2 Dummys an Station 2 aus.
Station 2: Revieren mit kleiner Suche
In einer Böschung an die ein See grenzte, sollte der Hund zusammen mit den Führer 2 Dummys suchen. Der Hund sollte dabei nicht in´s Wasser. Die Dummys waren teilw. unter sehr hohem Gras versteckt und in unangenehmen Bewuschs (Brennesseln). Nachdem die Aufgabe gearbeitet wurde, hat der jew. HF die Dummys wieder für den nächsten HF ausgelegt.
Stations 3&4: Marks & Einweisen mit Walk-Up und aus der Linie arbeiten
Zum Teil lief die Linie auf die Helfer zu, der dann ein Mark warf. 180° Drehung, auf den anderen Helfer zu wieder ein Marks. Dies wurde dann als Doppelmarkierung von einem Hund gearbeitet. Nachdem jeder Hund mal dran war, wurde diese alten Fallstellen wieder genutzt um ein Einweisen mit jedem Hund zu arbeiten. Das Einweisen wurde sowohl voran, als auch “out” aufgebaut. Bei dem Out ist der Hund in einer Linie zur Fallstelle abgesetzt worden und der HF entfernte sich dann vom Hund, so dass ein 90° Winkel zum Halfblind entstanden ist.
Abschliessend waren dann alle 5 Hunde in der Linie und jeder Hund war mal dran. Mal ein Mark, mal ein Doppelmark, mal ein Einweisen. Es wurden also alle möglichen Varianten ausgearbeitet.
So lief´s bei uns
Wir waren zuerst mit den Stationen 3&4 dran. Oder besser nicht. Heisst, wir haben erstmal die anderen arbeiten lassen. Zuerst war also eine Doppelmarkierung für alle dran.
Unser erstes Marks war dann auf Station 4. Nachdem der Hund aus dem hohen Bewuchs raus war, musste er über einen schmalen Weg und dort lag auf einer grünen Fläche eigentlich sichtigen das Dummy.
Problem war hier: es war kalt und nass. Schwierig mit der Witterung. Wenn der Hund unter dem Wind rauskam, lies er sich ersteinmal mit dem Wind weg vom Dummy treiben. Das ist fast allen passiert.
Da ich selbst nicht gesehen hatte wo das Dummy lag, habe ich Dash frei arbeiten lassen. Das heisst keine Hilfe oder gar ein Einweisen draus gemacht. Sie hat sich dabei ca. 15m Richtung Helfer vom Dummy weg treiben lassen, hat sich dann aber gegen den Wind an der Dummy gearbeitet, dass sie nach ca. 20 Sek. hatte. Und schnell nach Hause. Das Mark auf Station 3 haben wir ausgelassen und wieder die anderen arbeiten lassen.
Dann folgte ein Einweisen auf die alte Fallstelle. Dazu wurde (für den Hund nicht sichtig) wieder auf die Fallstelle ein Dummy ausgelegt (Halfblind). Zuerst habe ich mich bis auf ca. 40m der Stelle genähert und Dash dann voran geschickt. Dash ist direkt raus, zu meiner Freude trotz den hohen Bewuchs in gerader Linie. Leider wieder etwas unter dem Wind. Daher gab ich den Befehl für die Suche nach. Direkt die Nase runter und recht zügig zum Erfolg.
Auf dem Rückweg wurde ein weiteres Dummy an der Stelle ausgelegt. Nach dem Delivery haben wir uns dann noch weiter zurück bewegt (ca. 60m) und das gleiche von vorn. Diesmal ist Dash gerade und gleich zum Stück. Super.
Es wurden wieder einige Marks und Einweiseübungen gemacht, während wir brav still und leise in der Linie gewartet haben.
Wir haben dann Station 3 noch als “out” gearbeitet. Ohne Probleme. Dash sass dabei ca. 40m vom Dummy und ich stand ca. 40m von Dash entfernt.
Irgendwann ergab es sich dann, dass 2 Hunde das Mark auf Station 3 nicht direkt gefunden haben (liessen sich in´s Wasser treiben und wurden zurückgeholt). Also war Dash dran. Ich war mir nicht sicher, ob sie das Mark mitbekommen hatte (es fielen ja aber schon ein paar ein die Stelle), also schickte ich Dash mit voran. Auch Dash überlief das Dummy bis zur Uferböschung, lies sich aber stoppen. Von dan habe ich sie gleich in die Suche geschickt. Besser wäre gewesen, ich hätte sie erst rangerufen (weil die ja das Dummy überlaufen hatte). Ergebnis: Dash suchte mit dem Wind und trieb ab. Wieder stopp und nach rechts eingewiesen. Sie nahm die Richtung sicher auf auch auf die Entfernung an (ca. 70m) und kam dann mit einer kleinen Suche zum Erfolg.
Dann ging´s für uns zu Station 2
Um es kurz zu machen: super im Gebiet geblieben, keinen Ansatz gezeigt in´s Wasser zu gehen. Schnell und erfolgreich. Das war toll.
Jetzt war schon einige Zeit vergangen, wir sind zwischenzeitlich wieder in der Linien mitgegangen ohne zu arbeiten. Da fiel uns ein: Station 1 fehlt ja noch.
Also mal schnell da hin. Nun waren sicher schon 60min. um. Also habe ich mich für ein voran direkt von der Uferkante aus entschieden. Unsere Kleine gleich rüber und drüben mit “lost” auch gleich in die grosse Suche gegangen. Drüben hat sie dann einige Zeit gesucht. Ich wusste aber, dass da nur noch 2 Dummys auf sehr grossem Gerlände lagen. Und ich wollte unbedingt sicher stellen, dass Dash zum Erfolg kommt. Nachdem sie 1x gefragt hat (und ich nicht geholfen habe) habe ich dann nicht sichtig ein Dummy in das Gebiet geworfen. Als Dash dort in der Nähe war habe ich das Kommando für die kleine Suche gegeben. Nase runter und gefunden.
Schnell wieder nach Hause (klar: Dummy schön am Bändsel ziehen, leidige Sache das). Ich habe Dash direkt an der steilen Uferkante erwartet und gerade noch das Dummy erhaschen können. Knapp. Also an dem Festhalten nach dem Wasser müssen wir weiter arbeiten, vor allem bei dem ersten Wasserapport. Da ist es immer eng. Die weiteren sind dann eigentlich mittlerweile recht sicher.
Jetzt war´s mittlerweile schon richtig dämmerig und jeder Hund hat noch eine Markierung aus der Linie auf eine alte Fallstelle bekommen. Jeder Hund? Nein Dash nicht. Weil wieder ein retrieve auf Station 3 lieben blieb, haben wir das als voran gearbeitet. Ich musste sie ein paar mal handeln und trotzdem musste der Helfer mit einem Geräusch noch mal leicht nachhelfen. Und fertig waren wir.
Fazit: abwechslungsreich, scheiss schweres Gelände, tolle Aufgaben. Dash hat super gearbeitet und ruhig gewartet. Sie lässt sich schon überraschend gut einweisen, angesichts der Tatsache, dass wir da so viel nicht gemacht haben bisher. Tipp von Elli: nach dem stoppen nicht direkt weiter schicken. Lieber etwas warten um Spannung aufzubauen. Das ist ein guter Tipp, scheint mir. Und ich muss deutlich mehr auf den Wind achten, wenn ich sie schicke.
Jetzt ist 14 Tage Pause. Wir sind kommendes WE unterwegs, da fällt das Training aus.
Mal sehen, wie sie in der Scheinschwangerschaftswoche 4 dann arbeitet.
CU

am 31. August 2007 um 13:22 Uhr.
[...] besonders abwechslungsreiches. Und diesmal gibt´s auch ne dolle Zeichnung dazu. Schaut mal hier: dogsdoo.de » Blog Archive » Zirkeltraining mal anders - oder Dummytraining mit Abwechslung Freue mich über jeden Kommentar __________________ _______ Viele Grüsse & schaut mal vorbei [...]
am 31. August 2007 um 13:26 Uhr.
tolle Beschreibung, Björn!!!!!!!!!!!!