Dash Training mit Eva Berg
Hi Folks
heute wollen wir euch von Dash´s Training mit Eva Berg in Böhmsholz berichten.
Versammelt haben sich neben Dash und mir weitere 5 Gespanne.
Angesetzt war dieses Training für das Level A und A/F. Organisiert durch Annette Unkrig der DRC BZG Lüneburg.
Nach kurzen Hallo und Geländebesichtigung ging es an die Einstimmung auf das Training.
Eva gab uns gleich mal den Tipp auch Trainings immer mit kurzer Bindungsarbeit zu beginnen.
Hierzu suchte sich dann jedes Gespann eine ca. 3×3m grosse Fläche und machte mit Leine
Fussarbeit. Mit schnellen Wendungen und Drehungen sollten wir das Interesse des Hundes an uns ziehen und den Hund immer dann loben, wenn er mit seine Hundeführer Kontakt aufnimmt.
So eingestimmt ging es in´s Gelände.
Das Gelände war eine ca. 50×100m grosse Wiese mit wechselndem Bewuchs.
In der Mitte flaches Gras, an den Seiten hohe Gräser, teilweise mit hohen Brennnesseln. Eva merkte an, dass wir die Hunde im Training nie in derart hohe Brennnesseln schicken sollen. Wenn dies auf einem WT vorkommt, o.k. Mit Schuss und Beute wird der Hund auch dieses unangenehme Gelände annehmen. Das sollte man aber nicht im Training ausreizen, um etwaige negative Verknüpfungen zu vermeiden.
Die Hunde wurden dann in eine Reihe gesetzt, die HF entfernten sich ca. 50m. Nacheinander wurden die Hunde abgerufen. Während sich doch der eine oder andere überraschender Weise auch dann angesprochen fühlte, wenn sein Name nicht gerufen wurde, sass Dash wie angewurzelt still und kam auf Abruf zügig nach Hause. Super Auftakt.
Anschliessend machte jedes Gespann eine einfache Markierung, Entfernung ca. 30m um den Leistungsstand der Hunde zu prüfen. Das Mark meisterten alle Hunde problemlos.
Anschliessend wurden für die Hunde Marks geworfen (die recht eng beieinander lagen). Die Gespanne drehten um 180° und gingen ca. 50m Frei-Fuss. Die Hunde sollten nun nacheinander voran geschickt werden. Dash war an Position 2 dran, so dass also noch erhebliche Tauschgefahr bestand. Sie kam jedoch nach dem Pick-Up sofort nach Hause. Super.
Übung 3 bestand aus einer Frei-Fuss Folge (wieder ca. 40m) und einem Mark auf die vorherige Fallstelle. Drehung um 180° und Rückweg auf den Ausgangspunkt. Auf halber Strecke wurde der Hunde mit einem Sitz abgesetzt, der HF ging weiter. Vom Ausgangspunkt aus sollte der Hund (der nun ca. 25m entfernt sass) über Kopf zum Mark gesendet werden. Eva erklärte ganz genau, auf welche Körperhaltung es dabei ankommt. Natürlich sollte dem Hund die Richtung in die er zu drehen hatte vorgegeben werden.
Dash machte hier eine gute Figur, war auf dem Rückweg vielleicht etwas langsamer.
Direkt im Anschluss wurde wieder auf die selbe Strecke Frei-Fuss gegangen und es fiel auf die selbe Stelle wie vorher ein Mark. Drehung um 180°, ca. 10m Frei-Fuss und absetzen des Hundes. Der HF ging wieder an den Ausgangspunkt zurück. Der Hund wurde nun herangerufen, auf halber Strecke mit Stopppfiff angehalten und dann über Kopf mit Vorgabe der Drehungsrichtung “Back” gesendet. Für Dash kein Problem.
Hier unterbrach Eva, um uns in das Thema “kleine Suche” und Handführigkeit einzuweisen.
Es schliesste sich eine Übung zur kleinen Suche an: Der Hund wurde abgesetzt, der HF ging ca. 3m zurück. Hund und HF stehen sich nun gegenüber. Ein Dummy wird rechts in etwas höheren Bewuchs geworfen, der zweite Dummy nach links sichtig. Entfernungen jeweils nicht mehr als 10m. Nun sollte der Hund nach rechts zur kleinen Suche geschickt werden.
Wichtig hierbei ist, zunächst den Stopppfiff zugeben und so die Aufmerksamkeit des Hundes zu bekommen. Ich bekam von Eva den Tipp, den Pfiff leiser zu geben, weil der Dash direkt bei mir ist. Das macht Sinn, denn wenn sie 100m weg ist, ist der Pfiff ja auch entsprechend leise und Dash sollte ja auch bei dieser Lautstärke reagieren.
Diese Übung wurde noch so variiert, dass ein Dummy über Kopf geworfen wurde. Nacheinander wurden so alle Richtungen (links, rechts, über Kopf zurück) durchgearbeitet.
Eva erklärte auch, dass die Hand- und die Körperhaltung sehr wichtig sind, um den Hund deutlich zu kommunizieren, was man von ihm möchte.
Für Dash waren diese Übungen kein Problem, hier hatten die Trainings mit Steff bereits die Basis gelegt und hatten das auch bereits privat trainiert.
Als abschliessende Übung am Vormittag wurde ein Ein-Mann Walk up gemacht. Frei-Fuss ca. 20m. Dann fiel ein Mark nicht weit entfernt nach links in etwas höheren Bewuchs. Das Mark wurde gearbeitet und dann das gleiche nach rechts. Beim ersten löste sich Dash auf dem Rückweg, der zweite war unproblematisch.
Als Fazit für den Vormittag erklärte Eva, dass die Übungen allesamt Basisübungen sind, aber auch erfolgreiche HF der O-Klasse immer mal wieder diese Übungen wiederholen. Vor allem wenn sich bei der Handführigkeit kleinere Probleme eingeschlichen haben, empfiehlt Eva wieder zu den Basics zurückzukehren und diese Arbeit einige Tage zu wiederholen. Danach sollten die Probleme behoben sein, weil dann die Kommunikation zwischen Hund und HF wieder eindeutig ist.
Als Trainingspensum empiehlt Eva regelmässiges Training (ruhig täglich, ggfls. mal 2-3 Tage Pause), aber kurze, intensive Einheiten von nicht mehr als 20 Minuten. Diese dafür nach klaren Aufbau.
Das war für uns insofern wieder interessant zu hören, da ich dazu tendiere am Wochenende intensiv zu trainieren. Ich werde darüber nachdenken und ggfls. den Rhythmus mal umstellen. Finde ich nachvollziehbar, dass diese Einheiten das Interesse des Hundes halten und Konzentrationsschwächen so gar nicht erst entstehen.
Lange Sessions haben wir ja auf solchen Trainings oder beim BZG Training, so dass auch die Gewöhnung an WT-Umgebungen klappen sollte.
Nach der Mittagspause wurde dann das Gelände gewechselt. Es ging auf eine Wiese mit kniehohem Gras.
Für Dash war das so hoch, dass sie eigentlich kaum was sehen konnte. Eva wies uns darauf hin und empfahl mir eine Position zu suchen, wo Dash bessere Sicht hat.
Der Übungsaufbau war, dass die Dummys für alle Gespanne immer auf die gleichen Fallstellen (in einem Umkreis von ca. 5m) geworfen wurden und die Gespanne nacheinander die Marks arbeiteten. Nach dem Durchlauf veränderten die Gespanne die Position um die Fallstelle im Kreis. Dabei wurden die Entfernung zur Fallstelle variiert. Die
weiteste Entfernung betrug ca. 50m, die geringste ca. 20m. Von einer Position aus, war auf dem Weg zur Fallstelle ein Zaun zu überwinden. Insgesamt wurden 4 unterschiedliche Positionen eingenommen (also 4 retrieves für jeden Hund).
Diese Übung diente war wieder unter dem Thema “Handvertrauen” einzuordnen. Diese Übung wird ja bspw. in der Kosmos-Retieverschule so beschrieben, dass die Marks an einem markanten Punkt fallen, um den man sich “dreht” und die Position verändert. Diese Übung war in so fern schwieriger, als das hier kein markanter Punkt zur Verfügung stand, wenn man mal von Eva absieht, die die Marks geworfen hat.
Wenn ein Hund mal Probleme hatte, die gewiesene Richtung einzunehmen, dann wurden der HF aufgefordert, den Hund wieder nach Hause zu pfeiffen und mit dem Hund gemeinsam zur Fallstelle zu gehen, und dann wieder an den Ausgangspunkt. Fast alle Hunde hatten diese Hilfe jedoch gar nicht nötig, auch Dash nicht.
Abschliessend wurde wieder das Gelände gewechselt.
Es ging an einen einen sehr schmalen Bachlauf (Breit nicht mehr als 2m), der sich durch ein waldiges Gelände schlengelte. Alle Hunde wurden in einer Reihe aufgestellt und es fielen insgesamt 4 Marks auf 10 Uhr, 1 Uhr, 3 Uhr und 7 Uhr. Also teilweise schon recht schwierige Winkel.
Nun blieb nur ein Gespann am Ausgangspunkt und die anderen traten zurück.
Das Gespann musste nun die Marks holen, die Eva ansagte. Nachdem der Hund das Dummy zurückgebracht hat, wurde das Dummy immer wieder direkt für alle Hunde sichtig an die Fallstelle zurückgeworfen. Teilweise mit Schuss.
Jedes Gespann arbeitete 2 Marks. Teilweise waren nun bereits erhebliche Müdigkeitserscheinungen bei den Gespannen zu beobachten. Nicht immer nahmen die Hunde die vorgegebene Richtung auch an, so dass dann einiges an Handling und Korrekturen erforderlich wurde.
Dash hingegen nahm beide Richtungen sehr gut an (für uns war ein 10 und 3 Uhr, beide mal mit einem “Get over) über den Bach) und brachte die Dummys nach Hause.
Beim ersten jedoch pinkelte sie wieder auf dem Rückweg. Eva und ich hatten dann eine kleine Diskussion darüber, ob man das nun unterbinden sollte oder nicht. Eva´s Meinung dazu war klar: unterbinden. Meine Meinung ist da anders, aber das ist eine andere Geschichte. Wie einigten uns darauf, dass wenn wir uns in einem halben Jahr wieder sehen ich weiterhin nichts gegen etwaiges pinkeln unternehmen, aber dafür versuchen werde ruhiger zu bleiben, wenn Dash auf dem Rückweg aus einer Aufgabe zu mir ist (da mache ich immer noch ziemlichen TamTam. Ich muss da ruhiger werden, dass hat mir auch Elli bereits mehrfach gesagt).
Zusammenfassend war das ein wunderbarer Trainingstag mit sehr netten Leuten in schönem Gelände. Der Inhalt des Trainings war für uns super, weil er ganz genau auf das Thema Handführigkeit einzahlte, den wir auch bei unserem regelmässigen Training mit Elli seit letztem Freitag als neues Kapitel aufgenommen haben.
Leider konnte ich keine Fotos machen, ich warte da auf Zusendungen der anderen Trainingspartner. Sobald es welche gibt, stelle ich die hier ein.
Hoffe, der Bericht war interessant für euch. Lasst doch mal einen Kommentar da. Würde mich freuen.
Und hier nun die Bilder - vielen Dank an Detlef und Uwe.































am 3. Juni 2007 um 11:45 Uhr.
hi Björn, Du willst einen Kommentar

Euer Training bei Eva klingt sehr schön logisch und vernünftig aufgebaut. auch die kleinen Hinweise (Brennesseln, wie oft Training) finde ich immer sehr interessant und freue mich, wenn sich die Dinge mit meiner Vorgehensweise decken
(Thema pinkeln: seitdem ich in den Pausen, bzw. dann, wenn wir gerade nicht dran sind, peinlich darauf achte, dass gepinkelt wird, hat sich das sehr minimiert bei uns. Deine Anmerkung klingt aber, als wäre da noch was anderes im Spiel?)
ich lese Deine Berichte wirklich gerne und hoffe, Du bleibst dabei!
liebe Grüße,
Pia